Am Ende des Jahres präsentieren immer alle stolz ihre Listen der Superlativen des bald vergangenen Jahres. Manchmal wundere ich mich durchaus, was alles an mir vorbeigegangen ist. Um hier mal dem Mainstream etwas zu frönen, präsentiere ich also auch meine Liste. Ich hab nur eine, denn die musste ich erstellen und für alles andere (beste Konzerte, beste Songs, gar beste Albencover) fehlt mir das nötige Erinnerungsvermögen. Hallo, 365 Tage! Ich kann mich nicht erinnern. Diese eine jedoch habe ich zustande gebracht. Hier also meine Top 10 Alben des Jahres 2011:
1. The Head And The Heart – dto.
2. Ja, Panik – DMD KIU LIDT
3. Crystal Fighters – Star Of Love
4. WU LYF – Go Tell Fire To The Mountain
5. Flashguns – Passions Of A Different Kind
6. Anna Calvi – dto.
7. Wild Beasts – Smoother
8. Sir Simon Battle – Goodnight, Dear Mind…
9. The Drums – Portamento
10. The Kills – Blood Pressures
“The Head And The Heart” (VÖ 22/4/11) hat sich so sehr in meinem Ohr festgesetzt, dass es auf die Eins musste. Das Album kann ich heute immer noch anhören und ich möchte mitsingen und tanzen. Meine neu gefundene Liebe für Folk findet seinen Höhepunkt in dieser Platte. Ganz groß. Ganz ganz groß.

Ja, Panik hielt ich immer für eine Möchtegern-Tocotronic-Band. Ein typischer Fall von Ignoranz: Hab ich mir nie wirklich angehört, weil ich dachte Musik aus Deutschland mag ich sowieso nicht. Dann kam das Jenseits von Millionen Festival, am Samstag spielten Ja, Panik und die Eindrücke lassen sich ungefähr so zusammenfassen: „Oh das ist von denen! – Wow, die sind ja voll gut, oder? – Ja, voll gut, hätte ich ja nicht gedacht. – Ach das ist auch von denen!“ Dann stellte ich mit Entsetzen fest, dass diese Band aus Wien, mittlerweile Wahl-Berliner, schon vier Alben veröffentlicht hat, die alle völlig an mir vorbei zogen. Ich rede mich damit heraus, dass ich damals noch nicht bereit war für Ja, Panik. Ihr aktuellstes Album „DMD KIU LIDT“ (Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit; VÖ (15/04/11) ist außerdem mein End-Leipzig-Soundtrack. Das Album habe ich in den letzten Septemberwochen vor meinem Umzug von Leipzig nach Berlin ununterbrochen gehört und sah die Herren in dieser Zeit live im Conne Island. Großartige Live-Band. Vielleicht musste ich Ja, Panik auch erst auf einer Bühne sehen, um mich zu überzeugen.

Crystal Fighters kam glücklicherweise in Deutschland erst im Januar heraus (VÖ 21/01/11). Deswegen haben sie auch die Berechtigung in dieser Liste zu sein, auch wenn das Album im UK schon lange vorher veröffentlicht wurde. Dazu brauche ich nicht viel sagen. Eine absolute Offenbarung, die Songs machen so viel Tanzlaune. Und wieder ein Fall von Ignoranz, ein Bandname der mir schon lange bekannt war, aber dazu einmal reinzuhören, hatte ich keine Lust. Dann kam die Leipziger POP UP) und brachte Crystal Fighters, wow!

Abschließend kurz zu Platz fünf. Flashguns, eine junge Band aus London gibt es mittlerweile schon nicht mehr. Sam, Giles und Olly habe ich mit Kollegin S. 2010 schon interviewt. Ein Jahr später haben die drei Jungs eine großartige Indie-Rock-Platte aufgenommen, in Zeiten wo der Indie-Rock fast tot geglaubt wird. Es scheint als hörten alle nur noch ganz elektronische oder ganz folkige Musik. Flashguns passen dennoch nach 2011 und sicher auch noch nach 2020. Schade, dass ich 2020 dann nur „Passions Of A Different Kind“ im Plattenschrank habe.